Wanderfahrten im Aufwind

von: Tom Wall.  Tom Wall ist seit Jahren praktizierender Wanderfahrer.

FISA – World Rowing: Der Verband fördert Wanderfahrten.

Unser internationaler Verband FISA hat vor vielen Jahren ein Programm gestartet, genannt die FISA World Tour: Eine jährliche Rudertour irgendwo in der Welt. Ausgerichtet für Freizeitruderer, die unter Gleichgesinnten rudern wollen. Die Teilnehmer kommen aus allen Teilen der Welt. Wanderfahrten sind im Aufwind. Viele Touren sind meist überbucht. Nicht genügend Boote um alle interessierten Ruderer zu akzeptieren. Egal wo. In Deutschland, Irland, Argentinien, Kanada oder Belgien und dem Rest der entwickelten Welt finden solche Touren statt. Mittlerweile sind es immer die gleichen die sich jährlich treffen und zusammen rudern. 

Die Fisa-Touren zeigen: Es gibt immer mehr Bewerber als freie Plätze. Das ist Wanderrudern. Tour Rudern wird immer beliebter in Europa, Amerika und in Asien / Ozeanien. Jedes Jahr ab April und Mai werden die ersten Wanderboote aufs Wasser gebracht. Eine Studie von Rowing in Europe für Amerika und Europa, besagt, dass 24% der Clubruderer auch potentielle Wanderruderer sind. Natürlich variiert diese Zahl von Land zu Land und von Club zu Club. Aber es gibt uns eine Vorstellung von dem Potenzial dieser Sportart.

Wanderfahrten sind beliebt

Gesundheit und Fitness.

Wir werden alle älter und wir kümmern uns viel besser um uns. Rudern ist eine Sportart, die in jeder Altersgruppe ausgeübt werden kann. Ich war selbst auf einer Rudertour in des USA, wo der älteste Teilnehmer 78 Jahre alt war. Er hat es gut gemacht. Natürlich war das eine Ausnahme. Das Alter der Gäste der genannten Studie ist nach eigenen Angaben zwischen 45 und 73 Jahre.

Verfügbare Zeit.

In unserer westlichen Hemisphäre entwickelt sich die verfügbare Freizeit reziproke zur Arbeitszeit. Seit Jahren. Es gibt den Ruderern mehr Zeit für den Sport. Plus: Das Durchschnittsalter einer Wanderfahrt beträgt nach Rowing in Europe 59 Jahre. Einem Alter, bei dem Karriere, Kinder und Stress eher im Hintergrund stehen. Immer mehr Rentner entscheiden sich ihren Sport während ihrer Pensionierung ausüben.

Verfügbares Einkommen:

Die meisten Ruderer haben ein vernünftiges Einkommen.  Nur wenige Tour-Ruderer sind arm. Einige haben während ihrer Reisen ein Vermögen ausgegeben, andere sparen ihr Geld. Sie bringen Schokoriegel zum Mittagessen mit. Auch wenn sie sparen, trotzdem geben sie für eine Ruder-Tour zwischen 1500 und 3000 Euro pro Woche aus. Natürlich gibt es Unterschiede:

Lokale Unterschiede:

Die Welt der Wanderruderer ist ganz sehr unterschiedlich: In den deutschsprachigen Ländern organisieren meist Vereine für weniger als 80 Euro pro Tag schon eine Rudertour. Unterkunft und Essen inklusive. Natürlich nur mit einfachem “Service”. Dafür gibt es historische Gründe. Rudern als Breitensport expandierte sehr schnell nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland. Nach dem Rudern wurden man von Freunden in den anderen Clubs bewirtet, kochte auf Campinggrills, und schlief in Bootshäusern oder in Umkleideräumen. 

Diese Gewohnheit ist in Deutschland immer noch anzutreffen. Kulturen wie in englischsprachigen Länder NZ / AUT / CAN, aber auch SUI-Gäste bevorzugen mehr Bequemlichkeit und geben fast 50 % mehr Geld aus als die Deutschen. Ein Tourguide einer Wanderfahrt in Berlin erzählte von Gruppen die für Boot/Unterkunft und Essen 35 Euro/Tag ausgegeben haben. Andere waren in Africa und haben mehr als 4000 € in der Woche ausgegeben.

 

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