Zu Viert im Achter – Mein Covid-19 Erlebnis

Kerstin, Masters Ruderin in den 50zigern, eine Ruderfreundin aus der Nähe von Berlin erzählte mir unlängst wie man während den strengen Abstandsregeln im April und Mai 2020 versucht hatte ein Frauenboot zu rudern was die soziale Distanzregeln respektierte.

Doppelachter, Credit: Seeclub Biel

„Wir durften im Verein zu der Zeit nur im Einer raus. Maximal im Doppelzweier wenn man aus einer Familie stammte. Mein Mann brachte mich auf die Idee“:

Zu Viert im Achter

Warum rudert Ihr nicht im Achter und lasst einfach einen Platz frei? War das eine Möglichkeit? 18 m, geteilt durch 4 sind mehr als 4 m Abstand….

So einfach war es natürlich nicht. Im Achter ist immer ein Steuermann dabei. Der braucht auch einen Platz. Das weiss selbst mein Mann. Und dann noch ca. 2 m Heck und Bugabdeckung. Theoretisch also 13 m zur Verfügung. Auf dem Papier sah also alles gut aus.

Die Wahrheit erschien dann im Bootshaus. Zwar stimmten unsere Annahmen recht gut. Aber unser Achter war ein Riemenboot. Back-Steuer-Back-Steuerboard – etc. Das hatten wir nicht bedacht. In dieser Riggerweise klappte es nicht. Und im Kreis wollten wir nicht Rudern. Könnte man nicht die Ausleger im Mittelschiff auf Steuerbord riggen. Bug und Heck auf Backbord? Das würde vielleicht funktionieren.

Ausleger Schnellverschluss

Was würde der Trainer sagen?  Wir haben ja die Quick-Release Rigger. Einfache Sache für uns Frauen. Es war so wie so oft. Masters sind nicht die beliebtesten im Verein. Die Antwort: Das Boot wird nicht umgeriggt.  Seine Empfehlung: Mit einem Doppelachter würde es gehen. Den Doppelachter den wir hatten, ein C-Boot, unteilbar, Baujahr unbekannt, gefühlte 200 kg schwer.

Wir waren „begeistert“. Ruth, die Steuerfrau und ich haben uns das Boot angesehen. Und gemessen. Inklusive Ruth und meinen 3 Ruderinnen hätte es funktioniert.

Leider kam dieses Projekt nicht zustande. Im Klub gab es Zugangsregeln und Zeitzonen, zu denen man ins Bootshaus und letztlich auch an den Steg durfte. Zu unseren Trainingszeiten, morgens um 7.30 hrs waren nicht genügend Helfer zu finden, die uns beim Tragen hätten helfen können. Und samstags waren einfach zu viele Leute auf der Liste die in den Club wollten. So sind wir letztlich im Einer gerudert – andere blieben ganz zu Hause, auf dem Fahrrad oder dem Cross Trainer. Im Englischen Post ist eine Variante aufgeführt, die auch funktioniert.

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