Ruder WM in Plovdiv 2018- TV Probleme bei der Ruder WM

World Rowing TV coverage

Letzte Woche gingen die Ruder WM in Plovdiv zu Ende. Viele haben die Rennen zu Hause am PC verfolgt.

Ist Euch auch aufgefallen: Die Übertragung der Weltmeisterschaften in Plovdiv waren nicht so toll.

Hier ein Beispiel auf dem Laptop während die Rennen liefen. Die Einblendung der Geschwindigkeitsdaten verdeckt die Boote. Man kann noch nicht mal sehen wer in Führung ist.

World Rowing TV coverage
Graphik verdeck die Bugbälle.

Und das war nicht das Einzige: Hinzu kamen die Uneinigkeiten und Zwischenkommentare der Übertragungs – Crew. An einer Stelle – man hört das – gibt der Produzent Anweisungen an die Kommentatoren. Der Ton ist plötzlich weg.

Focus auf die unwichtigen Dinge.

Manchmal zoomte die Kamera so nahe an die Personen und Athleten heran, dass man nicht mehr sehen konnte wie dieser gerudert hat. Keine Ruder zu sehen. Diese Szenen dauerten und dauerten. Und dann, wenn wieder zurück gezoomt wurde konnte man sehen, wie deutlich sich das Feld verändert hatte. Positionskämpfe und Führungswechsel wurden verpasst. Schade, das alles konnte man nicht mitverfolgen.

Probleme durch das Kameraboot bei der Ruder WM 2018 in Plovdiv.

Die Aufnahmen vom Kameraboot, insbesondere die Seiteneinstellungen waren von zu weit Vorne. Durch diese Einstellungen konnte man nur vermuten wer an Führung lag. Einige Athleten beschwerten sich sogar später über die riesigen Wellen, die das Kameraboot in den Bahnen machte. Ärgerlich auch deshalb, weil die Kamerabahn gleichzeitig die Aufwärmbahn der Boote war (schaut Euch das Bild oben an. Der Achter ist auf der selben Bahn wie das Kameraboot).  Für die Crews die nahe zur Kamerabahn ihr Rennen fuhren nicht war das nicht sehr schön.

Es liegt uns fern Kritik zu betreiben. Insbesonders von Hause aus.  Aber wir waren mit unseren Beobachtungen nicht alleine. Wir haben einige Kollegen befragt, die vor Ort waren. Hier einige Antworten:

 

World Rowing TV problems
Rachel Quarrel antwortet auf Twitter.

Rachel Quarrel @RowingVoice war schnell und bestätigte was wir gesehen hatten.

It’s often a local production company and they have to learn on the job during the week.

Und sie markierte in den sozialen Medien Martin Cross (kommentierte für World Rowing in English). Auch er bemerkte diese Probleme.

Er sagte dazu, dass 2 weitere Meisterschaften in Bulgarien waren:

There were two other World Champs in Bulgaria at the same time and the producer Stefan Rapp did an amazing job in very very very challenging circumstances…

Martin Cross on Twitter
Martin Cross confirms TV problems

Wir fragten FISA zur Ruder WM in Plovdiv

Andrew Couper, Marketing Director der FISA antwortete in dem er uns ein Email zeigte, dass er seinen Sponsoren gesendet hat:

You will have noticed, that we were facing some unusual audio issues during today´s LIVE feed of the 2018 FISA World Rowing Championships in Plovdiv (BUL).

  • Insufficient audio mix of FISA commentators and ambience sound
  • FISA´s Live producer´s voice occasionally hearable in the LIVE signal

These issues are absolutely not in line with FISA´s expectations of a high-quality World Feed production at the pinnacle event of the rowing season = the World Championship.

We deeply apologize for this, but as World Rowing Productions (WRP) is not host producing this event we have just limited influence on the quality of the production.

We have identified the reasons for the audio problems and will do our very best to avoid any of those issues to happen again at tomorrow´s final day of the regatta.

Später meinte Andrew zu uns, dass es immer schwierig ist, wenn lokale Produzenten die Übertragung verantworten. Obwohl man sehr stark unterstützt hat man nicht die Kontrolle über die Übertragung:

You will note that this host production was by Bulgarian National Television not by FISA. We did our very best to help them but much of their equipment was well past its sell-by date (as was their audio-mixer) and some aspects were completely out of our control or influence.

Enttäuschte Fans

Es ist ziemlich klar, dass wir nicht die einzigen Fans der Ruder WM in Plovdiv sind, die enttäuscht von der Übertragung waren. Wir – die Zuschauer der grossen Rudernationen sind professionelle Kameraeinstellungen gewöhnt. Vielleicht sogar verwöhnt. Die Rennen in England, in Luzern oder Linz haben gezeigt wie es gut gemacht wird. Nicht jeder lokale oder nationale TV Sender weiss worauf man beim Rudern achten muss; weiss nicht was für uns besonders wichtig ist. Aber hier kann man die Teams vor Ort schulen und einweisen. Und das sollte im Vorfeld der Rennen gut gemacht werden. Zeitig genug. Klar, das alles kostet Geld und zusätzlich Zeit. Aber wenn wir unserer weltweite Rudergemeinde ausweiten wollen und neue Fans gewinnen wollen, geht das nur mit einer spannenden Darstellung und Übertragung der Rennen. FISA weiss das und die Nationalen Verbände auch.

Als Fan will ich letztenendes mitfiebern, will sehen wie das Wasser war, woher der Wind kam oder wann ein Team einen Druckspurt macht. Nach dem Rennen will ich mit Freunden diskutieren warum mein Team gewonnen oder verloren habt. Und dafür braucht es eine professionelle Übertragung.

Ich bin überzeugt die FISA war auch nicht zufrieden und arbeitet an diesem Thema.

 

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