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Lass uns dein Knie mal genauer anschauen!

Vor zwei Wochen haben wir uns hier mit der horizontalen Belastung beim Rudern beschäftigt. Dabei standen vor allem … read more

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Vor zwei Wochen haben wir uns hier mit der horizontalen Belastung beim Rudern beschäftigt. Dabei standen vor allem Gelenke und Muskelgruppen im Vordergrund. Diese Woche beschäftigen wir uns mal genauer mit den Knien, die als eines der am häufigsten verletzten Gelenke bei Ruderern gelten.

Anders als Fußball oder Joggen ist Rudern eine sitzende Sportart bei der Brüche, Prellungen oder Bänderverletzungen nur in absoluten Ausnahmefällen vorkommen. Durch die Belastung im Sitzen werden die Gelenke kaum durch das Körpergewicht belastet, einer der Gründe warum Master-Rudern eine so beliebte Sportart ist.

Während du beim Rudern eigentlich kaum Verletzungen einer Kontaktsportart zu erwarten hast, treten Schmerzen um die Kniescheibe, Sehnenleiden und Reizungen am oberen Schienbein (Läuferknie) relativ häufig auf. Am häufigsten treten dabei Schmerzen um und unter der Kniescheibe auf. Zwischen 10-15% aller Ruderer haben Probleme mit Schmerzen dieser Art. Es scheint hierbei vorallem jüngere, weibliche Ruderer zu betreffen.

Belastung deiner Gelenke

Wie wir bereits im Post über Rückenprobleme vor einiger Zeit berichtet haben, ist die Zeit, die sich ein Gelenk unter Belastung in Bewegung befindet, ausschlaggebend für eine Verletzungsanfälligkeit. Das heißt natürlich nicht, dass du dich automatisch verletzt, wenn du bestimmte Bewegungen über einen längeren Zeitraum ausübst. Beim Ruderschlag bewegen sich deine Knie einmal in ihrem vollen Bewegungsmoment (Anziehen bis zum vollen Austrecken). Beide Endpunkte dieser Bewegung belasten das Kniegelenk in vollem Maße zwischen Kniescheibe und Oberschenkel.

Probleme rund um die Kniescheibe

Sollte deine Kniescheibe ein ungewohntes Bewegungsmuster erfahren, kann dies zu Entzündungen und Reizungen führen. In langer Sicht sogar zu Entzündungen und Schädigungen an der Knochenhaut, die deine Kniescheibe umgibt. Diese Probleme können dann weitergehend zu anderen Verletzungen und Problemen führen, wenn der Körper automatisch versucht das angeschlagene Knie anders zu belasten (Wir alle kennen das, wenn wir umknicken und dann automatisch humpeln, um die Belastung zu verändern). Untersuchungen haben gezeigt, dass betroffene Sportler, oder Sportler mit einem hohen Risiko dieser Verletzungen oftmals x-Beine in der Anzugsphase bekommen. Dies wird entweder durch Muskelungleichgewicht oder sogar durch die Form der Knie und Hüfte hervorgerufen. Frauen haben hierbei ein etwas größeres Risiko als Männer durch den größeren Winkel zwischen Hüfte und Knie. Du solltest also schauen ob du zu X-Beinen neigst. Kniebeugen und Ausfallschritte (Lungs) dienen hierbei als gute Übungen um deine Beinstellung genauer zu betrachten. So genannte Läuferknie (eine Reizung des Muskels am oberen Ende des Schienbeins) kommt hingegen am häufigsten bei Sportlern mit O-Beinen vor, oder deutet auf eine Schwache Verbindung zwischen Knie und Hüfte hin.

Wie dir die richtige Ausrüstung helfen kann

Viele dieser Verletzungen/Probleme treten häufig nur auf einer Seite auf und werden mit unterschiedlichen Beinlängen und Unterschieden zwischen beiden Hüftgelenken in Verbindung gebracht. Veränderungen an der Ausrüstung wie beispielsweise eine unterschiedliche Einstellung am Fußbrett können dabei helfen, diese Probleme zu lindern. Daher empfehlen wir zum einen, einen genaueren Blick auf die Einstellungen am Boot und zum anderen ein Blick auf unsere CustomPacks und ShoePlate Pro QuickRelease. Beide Produkte können die durch unterschiedliche Beinlängen, Stabilitätsprobleme und Muskeldefizite auftretenden Probleme lindern. Wie beim Rücken gilt hier das Motto, dass man sich zuerst mit der tiefergehenden Ursache beschäftigen sollte. Übungen außerhalb des Ruderns können Ruderern dabei helfen, sich bewusster über ihr Problem zu werden und dabei durch einen Blick von außen zu verstehen wo im Ablauf Probleme entstehen und was die beste Lösung für diese sind.

Wie spezialisiertes Training der Musklen helfen kann

Obwohl Behandlungen von Knien, als eines der häufigsten verletzten Gelenke in allen Sportarten (es trägt das meiste Gewicht, hat einen hohen Bewegungsspielraum und die Muskeln um das Knie sind einer der größten Krafterzeuger im Körper), gut erforscht sind, trifft dies nicht auf ruderspezifische Probleme und Verletzungen zu. Empfehlungen können wir trotzdem aussprechen:

  • Verstärke deine Hüftmuskulatur, um den Zug vom Oberschenkel zu normalisieren und kontrolliere deine Bewegung im Knie (X- oder O-Beine).
  • Du sollte die Flexibilität und Stärke deiner rückseitigen Oberschenkelmuskulatur (Kniebeuger) analysieren und ggf. gezielt trainieren.
  • Stärkung deiner Quadriceps (Vorderen Oberschenkelmuskulatur) und sicher gehen, dass keiner der Musklen „übertrainiert“ ist.
  • Kurzfristig kann auch das „Tapen“ deiner Kniescheibe helfen. Langfristig ist dies jedoch keine Lösung, da es potentiell die Bewegungsfähigkeit einschränkt und ein Ungleichgewicht in den Muskeln auslösen kann.
  • Die Anpassung der Position deiner Schuhe im Boot mit unterschiedlichen Winkeln an der Ferse kann ebenfalls zu einer Verbesserung führen. Hierbei wichtig ist auch ein Blick auf unterschiedliche Beinlängen und ggf. die Anpassung an diese.
  • Standardbehandlungen wie Eis und NSAR (Nichtsteroidales Antirheumatikum) kann in einigen Fällen helfen, sollte aber nur angewendet werden die Ursache wirklich in einer Entzündung und nicht in einer falschen Bewegung liegt. Die Antirheumatika werden häufig falsch und zu oft verschrieben.

Schaue dir also mal genauer den Bewegungsablauf um dein Knie an und folge den von beschriebenen einfachen Möglichkeiten zur Verbesserung. Verbessere deinen Bewegungsablauf entsprechend oder passe ggf. deine Ausrüstung an. Das Ergebnis wird für sich selbst sprechen.

Ursprünglich auf BATlogic erschienen.

Quelle: J. Thornton et al. Rowing Injuries: An Updated Review, 2016.

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