Reinigung von Ruderbooten

Drei Schritte zum blitzsauberen Boot

Ich habe hier eine großartige Frage von einer meiner Leserinnen. Sie fragt, wie man die Außenhaut des Bootes richtig sauber hält.

…  Wir haben ein weißes, ein Jahr altes Boot. Die Außenhaut war bis zu unserem letzten Rennen absolut makellos. Wir haben unsere Boote dort auf einem Anhänger unter einer Eiche geparkt. Es hat die ganze Nacht wie aus Eimern geschüttet und am nächsten Tag hatte es über 30°C, bevor wir die Boote dann vom Anhänger genommen haben, um sie neu zu trimmen. Der Teil, der sich direkt unter dem Baum befand, hat jetzt einen dunkelblauen/schwarzen Fleck. Dort wo die Gurte waren, ist es weiß geblieben. Wir glauben, dass es sich bei den dunklen Rückständen um irgendeine Flüssigkeit von dem Baum handelt. Der Schmutz ließ sich nur mit den Fingernägeln etwas abkratzen. Wir haben unser Boot eine Stunde lang mit Seifenwasser geschrubbt, ohne Erfolg. Hast du so etwas schon mal erlebt? Welche Bürsten und Reiniger kannst du empfehlen?…

Das ist eine wirklich gute Frage (leider auch ein echt blöder Vorfall).

Das Wichtigste zuerst:

Es gibt drei Gründe, weshalb eine saubere Außenhaut so wichtig ist.

  1. Das Boot sieht besser aus
  2. Das Boot funktioniert besser, wahrscheinlich schneller
  3. Das Boot wird länger halten

Es gibt zahlreiche Dinge, die die Außenhaut vorzeitig altern lassen. Wenn du dein Boot sauber hältst, kannst du einige dieser Dinge vermeiden, sodass dein Boot jünger, widerstandsfähiger und schneller ist.

Wie man die Außenseite eines Rennbootes säubert

Ich halte mich beim Reinigen der Außenhaut immer an eine bestimmte Reihenfolge. Es kommt natürlich darauf an, wie schmutzig das Boot ist und, um welche Art Schmutz es sich handelt. Normalerweise brauche ich entweder nur einen oder alle der folgenden drei Schritte, um das Boot zu säubern:

  1. Wasser und Seife/Spühlmittel
  2. Chemisches Lösungsmittel
  3. Scheuermittel

Schritt 1: Macht es euch leicht – benutzt Wasser und Seife

Wenn die Außenseite mit Schleim, Schlamm, Staub oder Dreck bedeckt ist, benutze ich lediglich Wasser und Seife. Ich habe mit dem biologisch abbaubaren Spühlmittel sehr gute Erfahrungen gemacht.

Mische  Waschmittel und Wasser in einem Verhältnis von 1:10 und verteile die Mischung dann auf deinem nassen Boot. Anschließend kannst du die Außenhaut mit einem Schwamm oder einem weichen Pad vorsichtig säubern. Das funktioniert bei 80 % aller schmutzigen Boote, die ich so zu Gesicht bekomme. Wir haben uns angewöhnt, unser Boot einmal wöchentlich von innen und außen mit Wasser und Seife zu reinigen. Ich glaube es gibt einfach weniger Friktion zwischen Boot und Wasser. make it last forever, rowing boat maintenance guide

Wenn die Außenhaut durch anderes, als dem üblichen Zeug verschmutz wurde, könnt ihr folgendes versuchen clean rowing shell hull

Schritt 2: Benutzt Lösungsmittel

Wenn es sich bei den Verunreinigungen um Rückstände von Klebeband, Baumsäfte, getrocknete Pollen oder anderes klebriges Zeug handelt, benutze ich ein chemisches Lösungsmittel, wie z.B. Spiritus. Nicht Optimal für die Natur. Spiritus riecht, ist nicht ganz unbedenklich für die Haut – wird aber mit dem meisten Schmutz fertig. Abwaschen kann man ihn ganz einfach mit Wasser und Seife. Man sollte dennoch mit Spiritus umgehen können (Immer wie vorgeschrieben anwenden und nur an gut belüfteten Orten verwenden).

Freunde von mir bei „Pocock Racing Shells“ empfehlen für fast alle Verunreinigungen „Gel Gloss“. Man kann es ganz einfach aufsprühen und es anschließend mit einem weichen Tuch abwischen. Es gibt auch von 3M sehr gute reiniger und Poliermittel. Ich habe es selbst nie benutzt, aber sie schwören darauf. Es muss wirklich gut sein, wenn es sogar von einem Bootsbauer empfohlen wird. Sie benutzen es auch, um die Ausleger zu säubern. Für Algen und Wasserflecken empfehlen sie einen speziellen Algenreiniger, wie z.B. „Star brite Instant Hull Cleaner“. Starbrite hat auch gute Mittel für die Bootshaut.

Falls dann immer noch Schmutz übrig ist, könnt ihr folgendes versuchen:

Schritt 3: Muskelarbeit – benutzt Marine Poliermittel

Wenn das Boot nach den Schritten 1 und 2 immer noch nicht sauber ist, greife ich auf Poliermittel zurück. Polier- oder Scheuermittel ist ein gängiges Produkt, das man in vielen Läden kaufen kann. Von fein bis grob ist alles dabei. Ich konnte mit dem 3M Marine Rubbing Compound tolle Ergebnisse erzielen. Es gibt aber auch Poliermittel mit einer feineren Körnung z.B. 4000, das vermutlich mit fast jedem Schmutz fertig wird.

Ich arbeite gerne mit Poliermittel. Damit geht ein Großteil aller Verunreinigungen weg, unter anderem auch Farbspritzer und kleine Kratzer.

Hier ein paar Tipps zur Anwendung:

  • Immer nur nach Anweisung verwenden
  • Immer nur kleine Bereiche damit bearbeiten
  • Wenn möglich, vor direkter Sonneneinstrahlung schützen
  • Tragt es vorsichtig auf die nasse Oberfläche auf
  • Benutzt unbedingt ein sauberes Tuch zum Auftragen
  • Entfernt es, wenn es getrocknet ist
  • polieren

Bei Scheuermittel ist jedoch auch Vorsicht geboten. Es handelt sich dabei im Prinzip um flüssiges Schleifpapier. Das bedeutet, dass es die Farbe des Bootes auch verkratzen kann, wenn man nicht vorsichtig genug vorgeht. Macht langsam und benutzt nur so viel Kraft wie nötig. Achtet außerdem darauf, die richtige Körnung zu verwenden. Und nochmal: Das sollte nur eine Person machen, die wirklich Ahnung davon hat.

Diese drei einfachen Schritte sollten euch dabei helfen, euer Boot sauber zu halten und es auch etwas schneller zu machen.

Author: Mike Davenport schreibt den MaxRigging Blog und beteiligt sich regelmäßig (regular contributor to Rowperfect )am RowingChat Podcast – schaut doch einfach mal rein und hört euch an, was er zu sagen hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.